Arbeitsrechtliche Fragestellungen bei großer Hitze am Arbeitsplatz

Aus gegebenem Anlass wollen wir hiermit mal einen kleinen Überblick über die rechtlichen Fragestellungen geben, die sich bei der derzeitigen Hitze am Arbeitsplatz ergeben können. Hitzefrei gibt es nicht so schnell, wie man es sich derzeit wünschen mag.

Welchen Temperaturen der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz höchstens ausgesetzt sein soll, ergibt sich aus der Arbeitstättenverordnung (ArbStättV)

http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/A225-arbeitsstaettenverordnung.pdf?__blob=publicationFile

sowie den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR):

https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/ASR/ASR.html

Danach ist bei einer Überschreitung der Raumtemperatur von 35 Grad Celsius der Raum nicht zum arbeiten geeignet. Ab einer Außenlufttemperatur von mehr als 26 Grad Celsius sollen, ab einer Luftttemperatur von mehr als 30 Grad Celsius im Büro müssen Maßnahmen ergriffen werden, die die Beanspruchung der Beschäftigten reduzieren. Dabei gehen technische und organisatorische gegenüber personenbezogenen Maßnahmen vor. Das bedeutet, dass zunächst seitens des Arbeitgebers, etwa durch Bereitstellen von Ventilatoren oder Klimaanlagen, Abhilfe geschafft werden kann, bevor Hitzefrei ausgesprochen wird.

Unbedingt sollte der Arbeitnehmer den Arbeitgeber vorher ansprechen, wenn er selbst tätig werden möchte, etwa wenn er selbst einen Ventilator aufstellt und in Betrieb nimmt, um nicht Gefahr zu laufen, sich dem Vorwurf des Stromdiebstahls ausgesetzt zu sehen. Wenn eine bestimmte Kleidung vorgeschrieben ist, insbesondere Sicherheitskleidung, sollte diese nicht einfach abgelegt werden. Auch bei bestimmten Dresscodes, die seitens des Arbeitgebers erwartet werden, sollte im Hinblick auf etwaige Lockerungen das Gespräch gesucht werden.

Handelt der Arbeitgeber nicht, kann dies als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern bis zu 5.000 Euro belegt werden.

Von Rechtsanwalt Knut Hanke, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Fachanwalt für Sozialrecht