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Sturz bei Wanderung kann als Arbeitsunfall versichert sein

Ein Sturz bei einer Wanderung kann als Arbeitsunfall im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung versichert sein.

So entschied das Bundessozialgericht in einem Urteil vom 06.07.2016 – B 2 U 19/14 R. Die Klägerin erlitt bei einer Wanderung im Rahmen einer Weihnachtsfeier einen Sturz. Diesbezüglich sah das BSG einen inneren Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit der Sozialversicherungsfachangestellten. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundessozialgerichts ist auch die Teilnahme an einer betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltung als Ausprägung der Beschäftigtenversicherung versichert. Erforderlich ist aber, dass die betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung im Einvernehmen mit der Geschäftsleitung stattfindet. Ausreichend hierfür ist, dass der Dienststellenleiter in einer Dienstbesprechung mit den Sachgebietsleitern vereinbart, dass die Sachgebiete grundsätzlich Weihnachtsfeiern veranstalten dürfen und hinsichtlich der Ausgestaltung eine weitergehende Konkretisierung erfolgt. Wenn, wie in diesem Fall, dazu noch vereinbart wird, dass der Beginn der Weihnachtsfeiern nicht vor 12 Uhr mittags liegen darf, durch Betätigung der Zeiterfassung zu dokumentieren ist und die Weihnachtsfeiern direkt der dem Dienststellenleiter unterstehenden Büroleitung anzuzeigen sind und die Beschäftigten noch dazu eine Zeitgutschrift in Höhe von 10 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit erhalten, dann ist davon auszugehen, dass die Weihnachtsfeier im Einvernehmen mit der Geschäftsleitung stattfand, erst recht wenn dies dazu noch über Jahre praktiziert wird. Nicht mehr zwingend erforderlich ist seit diesem Urteil eine persönliche Teilnahme der Unternehmensleitung. Die Förderung des Betriebsklimas und des Zusammenhalts der Beschäftigten untereinander wird auch erreicht, wenn kleinere Untergliederungen eines Betriebes Gemeinschaftsveranstaltungen, wie eine Weihnachtsfeier, durchführen. Notwendig ist dann aber eine Teilnahme des Team-, oder Sachgebietsleiters, also des Vorgesetzten der betreffenden Untergliederung. Zudem muss die Teilnahme an der Feier allen Beschäftigten offen stehen.

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